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Geschichte

25.000 v.Chr. bis 1875
Die Geschichte Namibias lässt sich mehr als 25.000 Jahre zurückverfolgen. Etwa um 25.000 v.Chr. entstanden die ersten, mit Giraffen und anderen Tieren, bemalten Steinplatten. Diese sind die ältesten ihrer Art in Afrika. 1486, also mehr als 26.000 Jahre später, landete der portugiesische Seefahrer Diego Cao als erster Europäer an der Küste Namibias und errichtete an seinem Landepunkt, dem heutigen Cape Cross (Kreuzkap) ein Steinkreuz als Zeichen der Inbesitznahme des neu gewonnenen Landes durch Portugal. Zwei Jahre später landete Bartolomeus Diaz in der, später nach Kaufmann Lüderitz benannten, Lüderitz-Bucht und errichtete dort ebenfalls ein Steinkreuz. Er nannte die Bucht Angra Pequena. Ab 1700 begannen die Nama mit ihrem "Einmarsch" nach Namibia auf der Suche nach fruchtbarem Land und versklavten viele der "Urstämme", wie z.B. die Damara. Etwa 100 Jahre später starteten die ersten Expeditionen durch Namibia. Zur gleichen Zeit wurde der Fang auf die zahlreichen Wale vor den Küsten Namibias verstärkt; ein reger Tauschhandel mit den Herero und Nama begann. 1806 gründeten britische Missionare die erste christliche Niederlassung im heutigen Namibia (bei Warmbad). 1814 begann Heinrich Schmelen mit der Missionierung bei Bethanien. Etwa 30 Jahre später ließ sich Jan Jonker Afrikaner mit dem Stamm der Orlaam-Nama in der Nähe der späteren Hauptstadt Windhoek nieder. Sie errichteten die erste Straße zwischen Windhoek und der Küste bei Walvis Bay (Alter Baaiweg). Aufgrund der vielen Überfälle auf Transporte zwischen Windhoek und Walvis Bay wurde der Ruf nach einer schützenden Macht lauter.

 

1876 bis 1913
Zwischen 1876 und 1878 wurde die Walfischbucht (Walvis Bay) von Großbritannien annektiert und die Kap-Kolonie (heutiges Südafrika) erklärte das Gebiet der Herero und Nama zum Protektorat. Um 1884 wurde das von dem Bremer Kaufmann Lüderitz erworbene Land zum deutschen Protektorat erklärt. Der Zukauf von weiterem Land von den Herero und Nama vergrößerte das deutsche Schutzgebiet. 5 Jahre später traf Hauptmann Curt von Francois mit seiner 21 Mann starken Schutztruppe ein und errichtete ein erstes Fort bei Tsaobis. Hiermit wurde das deutsche Schutzgebiet "Deutsch-Süd-West-Afrika" ins Leben gerufen. Nur ein Jahr später wurde im Helgoland-Sansibar-Vertrag der Caprivi-Streifen, benannt nach dem Reichskanzler Graf Leo von Caprivi, dem deutschen Gebiet zugesprochen. 1891 wurde das Hauptquartier der deutschen Schutztruppe nach Windhoek verlegt. Nama und Herero verbündeten sich das erste Mal gegen die deutsche Schutztruppe und begannen mit ihren Kämpfen gegen die weiße Vorherrschaft. Alle Angriffe wurden von den deutschen mit großen Verlusten auf den Seiten der Herero und Nama zurückgeschlagen. Von 1904 bis 1907 fanden zahlreiche Kämpfe zwischen der deutschen Schutzmacht und den Herero und Nama statt. Am 11. August 1904 fand die große finale Schlacht gegen die Herero am Waterberg statt. In dieser berüchtigten Schlacht fanden 2/3 aller namibischen Hereros den Tod, die restlichen wurden in die Kalahari vertrieben. Am 22. März 1907 wurde das Gebiet um die Etosha-Pfanne mit einer Größe von ca. 100.000 km² als größter Nationalpark der Erde proklamiert

 

1914 bis 1982
Zu Beginn des ersten Weltkrieges (1914-1915) marschierten südafrikanischen Truppen nach Deutsch-Süd-West-Afrika ein und übernahmen nach der Kapitulation der Deutschen im Jahre 1915 die Macht. Im Versailler-Vetrag bekam Südafrika das Gebiet zur Verwaltung zugesprochen und es wurde dem Völkerbund (Vorgänger der Vereinten Nationen) unterstellt. 1939 wurde eine Vielzahl der deutschen Einwohner Namibias in südafrikanische Lager überführt oder unter Hausarrest gestellt, da man den deutschen Kolonialgedanken unterdrücken wollte. Ende des zweiten Weltkrieges übernahm die UNO als Nachfolgeorganisation des Völkerbunds das Mandat über Namibia. Südafrika erkannte dieses nicht an und verwaltete Namibia weiterhin als ein Teil der Südafrikanischen Union. Die südafrikanische Besatzungsmacht führte das Apartheitsgesetz und die Zuweisung von Reservaten für die farbige Bevölkerung (ab 1961 Homelands) ein. 1966 fand der Ausbruch des Befreiungskrieges statt. Nachdem südafrikanische Truppen ein Lager der PLAN (People's Liberation Army of Namibia) bombardiert hatten begann unter Leitung der SWAPO (South-West-African People's Organisation) der bewaffnete Aufstand gegen die südafrikanische Besatzungsmacht. Sieben Jahre nach Ausbruch des Krieges erkannte die UNO die SWAPO als einzigen rechtmäßigen Vertreter des namibischen Volkes an. 1978 wurden, aufgrund großen internationalen Druckes, die ersten Wahlen in Namibia durchgeführt. Diese wurden von der SWAPO boykottiert und die DTA (Demokratische Turnhallen Allianz) ging als Sieger hervor. Unter Herrschaft der DTA (nach dem Tagungsort in einer Turnhalle in Windhoek benannt) wurde das Apartheitsgesetz abgeschafft.


Neuere Geschichte seit 1982
1983 trat die DTA als Regierungspartei unter dem großen südafrikanischen Druck des Generaladministrators zurück. 1989 setzte der Friedensprozeß in Namibia ein. Unter UNO-Aufsicht fanden die ersten freien und demokratischen Wahlen statt. Die SWAPO ging mit 41 Sitzen (57%) vor der DTA mit 21 Sitzen (29%) als Sieger hervor. Am 21. März 1990 wurde Namibia als freier Staat in die Unabhängigkeit entlassen. Erster Staatspräsident wurde der SWAPO-Führer Dr. Samuel "Sam" Nujoma. Seit der Unabhängigkeit strebt Nujoma eine Politik der nationalen Versöhnung an (One Namibia, One Nation). Die befürchteten Enteignungen der "weißen Großgrundbesitzer" fanden bis heute nicht statt. 4 Jahre nach der Unabhängigkeit Namibias ging die SWAPO, bei den zweiten Wahlen, mit einer 2/3 Mehrheit als Sieger hervor und erwarb damit das Recht die Verfassung zu ändern. Mitte 1998 fanden Regionalwahlen statt, die von einer Vielzahl der Einwohner boykottiert wurden (Wahlbeteiligung lag in den einzelnen Regionen bei 4%-30%). Wenige Monate später entschied sich das namibische Parlament für eine Verfassungsänderung und damit für eine mögliche dritte Amtszeit von Dr. Nujoma. Im Dezember 1999 finden die dritten freien und demokratischen Wahlen statt. Die SWAPO kann über 75% der Stimmen auf sich vereinigen. Dr. S. Nujoma wird damit im Amt des Präsidenten bestätigt. Im November 2004 wurde der Landminister Hifikepunye Pohamba zum Nachfolger von Sam Nujoma mit mehr als 75% der Stimmen gewählt. Die SWAPO errang in den freien und demokratischen Parlamentswahlen eine unglaublichen Sieg von 80%. Die nächsten Wahlen finden im November 2009 statt und es wird damit gerechnet, dass das erste Mal seit der Unabhängigkeit die Opposition der SWAPO zahlreiche Stimmen abnehmen kann.

 

 

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