Kurz & Knapp
Südafrika besetzte die deutsche Kolonie Südwest-Afrika während des I. Weltkrieges und verwaltete es als Mandatsgebiet ehe es Namibia kurz nach dem II. Weltkrieg annektierte. 1966 begann die marxistische South-West Africa People's Organization (SWAPO) mit ihrem Unabhängigkeitskampf für die dann unter dem Namen Namibia bekannte Region. Es dauert jedoch bis 1988 ehe Südafrika einwilligte die Besetzung von Namibia unter Aufsicht der UN zu beenden. Folge war die Unabhängigkeit 1990.
Geographie
Lage: Südwest-Afrika; 12°-25° östliche Länge, 17°-29° südliche Breite
Größe: 825.418 km²
Küstenlänge: 1.572 km
Klima: Wüste; heiß und trocken; seltene Regenfälle
Landschaft: hauptsächlich Hochplateau; Namib-Wüste im Westen entlang der Küste; Kalahari-Wüste im Osten
Höchste Erhebung: Königstein (Brandberg), 2.606 m
Natürliche Ressourcen:
Diamanten, Uran, Kupfer, Gold, Zinn, Lithium, Kadmium, Zink, Salz,
Vanadium, Gas, Fisch, Wasserkraft; vermutete Vorkommen von Öl, Kohle
und Eisenerz
Landnutzung: Landwirtschaftliche Pflanzfläche: 0,99% (2005); Bewässerungsanbau: 80 km² (2003)
Naturkatastrophen: Dürreperioden; Überflutungen im Caprivi
Naturprobleme: begrenzte Vorkommen an Frischwasser; Wüstenausbreitung
Bemerkung: Erstes Land der Erde, dass den Naturschutz in der Verfassung verankerte; 18% der Landesfläche stehen unter Naturschutz
Bevölkerung
Einwohner: 2,1 Millionen
Altersstruktur: 0-14 Jahre: 35,9%; 15-64 Jahre: 60,2%; über 65 Jahre: 3,9%
Bevölkerungswachstum: 0,95%
Geburtenrate: 23,19 Geburten pro 1000 Einwohner
Sterberate: 14,.07 Tode pro 1000 Einwohner
Geschlechterverhältnis: bei Geburt: 1,03 Männer pro Frau; unter 15 Jahren 1,02 M/F; 15-64 Jahre 1,02 M/F; 65 und älter 0,81 M/F
Säuglingssterblichkeit: 45,51 Totgeburten pro 1000 Lebendgeburten
Lebenserwartung: Frauen 50,8 Jahre, Männer 51,6 Jahre (ohne HIV/AIDS ca. 68 Jahre)
HIV/AIDS: 15,3% (von 21,3% in 2003); Zum Vergleich: Deutschland 0,1%, Botswana 37,3%
Nationalität: Namibier (nicht Namibianer!)
Ethnische Gruppen: Schwarze: 87,5%; Weiße: 6%; Mischlinge: 6,5%
Religionen: Christen: 80-90% (Lutheraner >50%); traditionelle Glaubensrichtungen: 10-20%
Sprachen:
Englisch (Amtssprache; Muttersprache in nur 1,9% der Haushalte);
Afrikaans (Lingua Franca; Muttersprache in 11,4% aller Haushalte und
etwa 65% der weißen Haushalte); Deutsch (Muttersprache in 1,8% aller
Haushalte und etwa 33% der weißen Haushalte); zahlreiche Stammessprachen
Alphabetisierungsrate: 85% aller Einwohner über 15 Jahre
Politik & Regierung
Offizieller Name: Republik Namibia; bis 1990 Südwest-Afrika; bis 1918 Deutsch Südwest-Afrika
Regierung: Präsidialrepublik als Mitglied im Commonwealth of Nations
Hauptstadt: Windhoek (ca. 300.000 Einwohner)
Administrative Gebiete:
13 Regionen: Caprivi, Erongo, Hardap, Karas, Khomas, Kunene, Ohangwena,
Okavango, Omaheke, Omusati, Oshana, Oshikoto, Otjozondjupa
Unabhängigkeit: 21. März 1990 von Südafrika
Verfassung: ratifiziert am 9. Februar 1990; eingesetzt seit 12 März 1990; zahlreiche Anpassungen
Exekutive:
Präsident: Hifikepunye Pohamba (seit 21. März 2005); Premierminister:
Nahas Angula (seit 21 März 2005); Kabinett: einberufen vom Präsidenten
aus den Mitgliedern der Nationalversammlung; Wahlen: Präsident wird
alle 5 Jahre vom Volk gewählt (einmalige Wiederwahl); letzte Wahlen am
15. November 2004; Wahlergebnis: Hifikepunye Pohamba 76,4%
Legislative:
Zweikammern-Parlament aus Nationalrat (26 Sitze; zwei Mitglieder aus
jeder Region für 6 Jahre) und Nationalversammlung (72 Sitze; vom Volk
für jeweils 5 Jahre gewählt); SWAPO regiert mit einer absoluten
Mehrheit der Sitze
Judikative: Supreme Court (Richter vom Präsidenten nach Absprache mit dem Judicial Service Commission ernannt)
Politische Parteien:
All People's Party (APP); Congress of Democrats(COD), Democratic
Turnhalle Alliance of Namibia (DTA), Monitor Action Group (MAG),
National Democratic Movement for Change (NamDMC), National Unity
Democratic Organization (NUDO), Rally for Democracy and Progress
(RDP), Republican Party (RP), South West Africa National Union
(SWANU), South West Africa People's Organization (SWAPO), United
Democratic Front (UDF)
Wirtschaft
Die namibische Wirtschaft stützt sich vor allem auf die Förderung und
den Export von Mineralien (12% Anteil am BIP). Namibia ist das
viertgrößte afrikanische Exportland für Mineralien (ohne Öl/Gas) und
der fünftgrößte Uran-Exporteur der Erde. Namibia zählt zu den Top 10
der Diamantenförderung und hat die höchste Diamantenqualität der Welt.
Ebenfalls werden große Mengen an Zink, Zinn, Silber und anderen
Mineralien gefördert. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt von der
Landwirtschaft (vor allem Viehzucht). Einige Grundnahrungsmittel müssen
importiert werden. Obwohl Namibia zu den reichsten Ländern in Afrika
zählt, leben eine Vielzahl der Menschen aufgrund der hohen
Arbeitslosigkeit in Armut. Es herrscht eine große Kluft zwischen den
Reichen und Armen. Die namibische Wirtschaft ist stark von der
südafrikanischen abhängig.
BIP/BSP: absolut: 11,23 Mrd. US$ (PPP); Zuwachs: 3,3% pro Jahr; pro Kopf: 5.400 US$ (PPP)
Zusammensetzung: Landwirtschaft 10%, Industrie 36%, Dienstleistungen 53%
Inflationsrate: 10,3%
Arbeitskräfte: ca. 667.000; Landwirtschaft 47%, Industrie 20%, Dienstleistungen 33% (1999)
Arbeitslosenquote: 5% (geschätzt mehr als 30%)
Industrien: Fleischverarbeitung, Fischverarbeitung, Milchprodukte; Bergbau (Diamanten, Zink, Zinn, Silber, Uran, Kupfer); Tourismus
Landwirtschaftliche Produkte: Mais, Sorghum, Vieh, Wild, Fisch
Exporte: 2,98 Mrd. US$; vor allem Diamanten, Kupfer, Gold, Zink, Uran, Viel, Fisch, Karakulfelle nach Südafrika und in die EU
Importe: 3,56 Mrd. US$; vor allem Nahrungsmittel, Kraftstoffe, Maschinen, Chemikalien aus Südafrika, EU und den USA
Währung: Namibia Dollar (NAD, N$) = 100 cents (c); ebenfalls Südafrikanischer Rand (ZAR, R) = 100 cents (c)im Verhältnis 1:1.
Infrastruktur
Telefone:
138.100 Festnetzanschlüsse (2007); 800.300 Mobilfunknutzer (2007);
hochentwickeltes System aus mobilen sowie Fieberglasverbindungen; etwa
45 von 100 Personen werden versorgt
Radio: 2 AM und 39 FM Stationen; 4 Kurzwelle (2001)
Fernsehen: 1 öffentlich-rechtlicher Sender, 1 Privatsender; Satellitenfernsehen empfangbar; 250.000 Fernsehgeräte (2007)
Internet: hauptsächlich in den Städten genutzt; Länderkennung: .na ; 110.000 Nutzer (2008)
Transport:
Schienennetz: 2.382 km Schmalspur; Straßen: 66.467 km, inkl. 9.172 km
Asphaltstraßen; Häfen: Walvis Bay und Lüderitz; Flughäfen: 137, inkl.
21 mit befestigter Bahn (2006)
Übersetzung der Hauptquelle: CIA The World Factbook, 2008 & 2009 (Link)
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