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Versorgung

Namibia kann in vielerlei Hinsicht bei der Versorgung der Bevölkerung mit den meisten Industrienationen mithalten. Dennoch kommt es u.a. auch aufgrund der schwierigen klimatischen Bedingungen teilweise zur Unterversorgung der Bevölkerung, speziell in den entlegenen und überbevölkerten Regionen. In den touristischen gebieten sowie in den größeren Orten ist jedoch die infrastrukturelle und auch medizinische Versorgung sehr gut und von internationalem Niveau.
   
Banken
Das namibische Bankensystem ist sehr gut entwickelt und an alle internationalen Systeme angeschlossen (SWIFT etc.). In allen größeren Städten finden sich Banken der vier großen Gesellschaften (Nedbank of Namibia, Standard Bank, First National Bank und Bank Windhoek). Als erste internationale Bank hat die südafrikanische ABSA 2008 eine Genehmigung für den namibischen Markt bekommen, diese jedoch aufgrund der weltweiten Finanzkrise noch nicht genutzt wird.

Relativ verbreitet in den Städten sind Geldautomaten, die teilweise auch Bargeld über Maestro (ehemals EC) auszahlen. Kreditkarten (vor allem MastarCard/Eurocard und Visa, teilweise auch AmEx) werden landesweit immer mehr akzeptiert (vor allem in den touristischen Gebieten). Gästefarmen und Lodges akzeptieren nur vereinzelt Kredikarten, Tankstellen gar nicht! So wie es in den USA üblich ist alle noch so kleinen Beträge mit Kreditkarte zu zahlen, ist in Namibia die Zahlung mit Schecks sehr verbreitet. Überall werden namibische Bankschecks eigentlich akzeptiert. Überweisungen sind nicht verbreitet und vielerorts unbekannt. Online-Banking erfreut sich aber immer größerer Beliebtheit. Die Eröffnung eines Kontos bei einer namibischen Bank ist nur Namibiern bzw. Personen mit Aufenthaltsgenehmigung erlaubt. Das Bankensystem ist sehr kompliziert und äußerst bürokratisch, zudem fallen für fast alle Leistungen Gebühren - wenn auch in geringer Höhe - an; z.B. kostet die Ausstellung eines Scheckbuches um die N$ 10, Geldabheben am Geldautomaten um N$ 5 usw. Kostenlose Bankleistungen sind in Namibia unbekannt und sogar eine Überweisung per Online-Banking zieht eine Gebühr mit sich.Jede Überweisung ins Ausland wird streng kontrolliert und es ist nur Investoren erlaubt ihr eingebrachtes Geld und die daraus resultierenden Gewinne aus dem Land zu transferieren

Kredite und andere Finanzdienstleistungen übernehmen die großen landesweit vertretenen Banken und Spezialbanken (z.B. Agricultural Bank of Namibia).

 

Gesundheit
Das namibische Gesundheitssystem ist ein Musterbeispiel für den gesamten afrikanischen Kontinent und erfüllt vielerorts internationale Ansprüche. In den entlegenen Regionen kann jedoch die Entfernung zu - dann aber auch meist guten - medizinischen Einrichtungen sehr weit sein. Es besteht ein das Land überspannendes exzellentes Flugrettungssystem. In den größeren Städten finden sich Krankenhäuser und in kleineren Orten sogenannte Kliniken, die die Grundversorgung sicher stellen. Zahlreiche Ärzte haben in den USA, Südafrika und Europa studiert. Die Privatkliniken vor allem in Windhoek, Swakopmund, Walvis Bay, Ongwediva und Otjiwarongo sind weit über Namibia hinaus bekannt. Mehr als 98% aller Krankheitsfälle können derzeit in Namibia behandelt werden, was sich durch die Eröffnung einer hochmodernen Herzklinik in Windhoek noch erhöhen wird. Es zählen auch schwierige Spezialleistungen wie LASIK Augenlaser-Operationen zum Angebotsspektrum.

Ein weiterer Vorteil den Namibia gegenüber vielen anderen afrikanischen Ländern hat, ist die Tatsache, dass hier nur wenige der gefürchteten Krankheiten wie Gelbfieber, Malaria, Bilharziose, Lassa-Fieber etc. vorkommen. Wenn man die üblichen Vorkehrungen trifft (nicht in stehenden Gewässern baden etc.) ist das Risiko krank zu werden wohl nicht größer als z.B. in Südeuropa. Malaria-Risiko besteht ganzjährlich im hohen Norden sowie zur Regenzeit auch in südlicher gelegenen Landesteilen. Für verbindliche gesundheitliche Aussagen sollten man sich immer an einen Arzt wenden.

Es besteht in Namibia kein öffentliches Krankenversicherungssystem und keine Krankenversicherungspflicht. Die Grundversorgung der gesamten Bevölkerung ist praktisch kostenlos (es wird eine Verwaltungsgebühr von z.Zt. N$ 2 je Konsultation erhoben; 06/2009). Für einen Aufenthalt bis zu 5 Jahren kann auch eine deutsche Langzeitauslandskrankenversicherung (z.B. DKV) sinnvoll sein, sofern der Wohnsitz in Deutschland bestehen bleibt. Ansonsten bieten sich namibische Privatversicherungen an (sehr teuer) bzw. internationale private Krankenversicherungen (auch teuer, aber etwas günstiger als namibische).

Mit Fertigstellung der größten Immobilieninvestition in Namibia (N$ 2 Mrd.) 2012, wird der Freedom Plaza in Windhoek u.a. auch über eine 4000 m² große Tagesklinik für Chirurgie verfügen.

 

Infrastruktur
Namibia hat bezogen auf die Bevölkerungszahl die am besten ausgebaute Verkehrsinfrastruktur in Afrika. Etwa 55.000 km Sandtraße und 6.000 km Asphaltstraße durchziehen das ganze Land. Die wichtigsten Nord-Süd und Ost-West-Verbindungen sind geteert. Die Vekerhsdichte ist insgesamt sehr gering. Lediglich in und um Windhoek kann es ab und an mal zu kurzen Staus kommen. Fahrzeuge zahlreicher internationaler Marken können in Namibia gekauft werden. Die Preise liegen meist etwa auf dem Niveau der Preise in Deutschland, da der Importzoll in Namibia sehr hoch ist (um die 100%). Gebrauchte Fahrzeuge verlieren deshalb nur sehr langsam an Wert (um die 5% pro Jahr). Für einen geräumigen 4x4 Geländewagen der Marken Toyota oder Nissan kann man mit Neupreisen um N$ 400.000 und für einen VW City Golf ("Golf I") mit ca. N$ 100.000  rechnen. Der Privatimport von Fahrzeugen ist möglich. Es sind für den dauerhaften Import nur Rechtslenker zugelassen und keine Fahrzeuge die älter als 5 Jahre sind! Mit ausländischem Nummernschild darf man maximal 12 Monate in Namibia fahren und muss dann die Zollunion (Namibia, Botswana, Südafrika, Swaziland, Lesotho) verlassen.

In Namibia kann mit 17 Jahren die "Learners Licence" und dann mit 18 Jahren eine normale Fahrerlaubnis erworben werden. Die Learners Licence berechtigt zum Führen eines PKWs nur in Anwesenheit eines Inhabers einer richtigen Fahrerlaubnis für die gleiche Fahrzeugklasse. Der Personennahverkehr wird in den größeren Städten durch Taxen und Minibussie bzw. in Windhoek auch durch reguläre Linienbusse sicher gestellt. Luxuriöse Busse verbinden die wichtigsten Städte regelmäßig miteinander. Auch die Infrastruktur per Flugzeug ist gut entwickelt. Air Namibia verbindet die wichtigsten Städte in Namibia miteinander und unterhält Verbindungen in die Nachbarländer sowie nach Deutschland und Großbritannien. Zahlreiche Charter-Firmen bieten Rundflüge u.ä. an. Der Hafen von Walvis Bay zählt zu den größten in Afrika. Ein weiterer Hafen befindet sich in Lüderitz. TransNamib verbindet die wichtigsten Städte per Bahn miteinander. Personenreisen per Bahn sind nicht sehr verbreitet, da die Züge sehr einfach gehalten sind und sehr langsam fahren. Luxus-Touristenzüge z.B. von Windhoek nach Swakopmund sind sehr beliebt.

 

Strom, Wasser & Telekommunikation
Die Stromversorgung in Namibia übernimmt das staatliche Unternehmen NamPower (früher SWAWEK). In den ländlichen Gebieten sind nur sehr wenige Farmen an das öffentliche Stromnetz angeschlossen (Gästefarmen/Lodges hingegen mehr und mehr), da sämtliche Kosten zur Erschließung von den Farmern bezahlt werden müssen. Die meisten Farmen versorgen sich über Dieselgeneratoren und teilweise Solarenergie selber mit Strom.

Das Trinkwasser (übrigens von bester Qualität in Namibia) wird in den größeren Städten vom staatlichen Unternehmen NamWater geliefert. Noch mehr als beim Strom gibt es auf dem Land keine öffentliche Versorgung. In den Städten sind die meisten Haushalte an das NamWater-Netz angeschlossen.

Das namibische Telekommunikationsnetz ist wie alle Infrastruktureinrichtungen gut ausgebaut. Seit 1996 werden überall hochmoderne Glasfaser-Kabel verlegt. Heute sind nur noch wenige Farmen an "Party-Lines" (Gemeinschaftslinien mit Vermittlung) angeschlossen. Ansonsten ist von überall Direktwahl in die ganze Welt möglich. Einziger Festnetzanbieter ist die Telecom Namibia. Die Mobilfunkversorgung in Namibia wird immer weiter vorangetrieben. Heute kann schon in den meisten Städten, Touristengebieten und entlang der wichtigeren Straßen mit einem Handy (Frequenz 900/1800) telefoniert werden. Derzeit gibt es zwei Anbierter: MTC (Mobile Teleconmunication) und CellOne.

Internet ist in Namibia recht weit verbreitet, da es eine kostengünstige Möglichkeit bietet die großen Distanzen zu überbrücken. Internet-Cafes finden sich in den größeren Orten. Die Verbindungen sind allgemein sehr sehr langsam, wobei es vor allem in Windhoek mittlerweile auch teilweise ISDN- bzw. ADSL-Anbindungen gibt (sehr teuer).


Sozialsystem
Namibia zählt zu den wenigen afrikanischen Staaten die über eine Art von staatlichem Sozialsystem verfügen. Alle Leistungen stellen jedoch nicht einmal die Grundversorgung der Bevölkerung sicher. Private Sicherungsmöglichkeiten sind möglich und empfehlenswert, jedoch sehr teuer.

U.a. bei Krankheit, Schwangerschaft und Tod kommt die Social Security (Sozialhilfe) zum Einsatz. Diese sichert ein gewisses Einkommen auf Grundlage des letzten Gehaltes. Jeder Arbeitgeber hat die Pflicht seine Arbeitnehmer bei der Social Security Commission anzumelden. Monatlich hat der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Beitrag zu entrichten.
Die staatliche Rente beträgt z.Zt. (06/2009) N$ 450 pro Monat und Rentner. Dieses reicht für die nötigsten Grundnahrungsmittel aus.


Sicherheit
Die Sicherheit spielt eine große Rolle in Namibia. Wenn man sich - vor allem bei den weißen Namibiern - umhört, könnte man denken, dass Namibia das kriminellste Land auf Erden ist. Nachweislich ist die Kriminalitätsrate seit der Unabhängigkeit stark angestiegen, denn bis 1990 gab es aufgrund des sehr strengen südafrikanischen Militär- und Polizeiapparates kaum kriminelle Handlungen. Objektiv betrachtet ist die Kriminalität in Namibia nicht höher als in vielen anderen beliebten Reiseländern. Wenn man sich normal-unauffällig verhält, wird man keine Probleme in Namibia haben. Vor allem sollte man in großen Menschenansammlungen und bei den touristischen Attraktionen mit offenen Augen umherlaufen. Die Häuser und Wohnkomplexe in Windhoek sind sehr stark mit Elektrozäunen und Alarmanlagen gesichert, da Wohnungseinbrüche nicht selten sind. Jedoch bewahrheitet sich immer wieder, dass Einbrecher umso mehr dort einbrechen, wo die Sicherung am größten erscheint ("wer viel abzusichern hat, der hat auch scheinbar viel").

In fast jeder Stadt bzw. größerem Ort befindet sich eine Polizeiwache mit - kompetenten - Polizisten. Hier sollten alle Verbrechen sofort zur Anzeige gebracht werden! Sie können bei Problemen auch jederzeit die Polizisten (hellblaue Uniform) um Rat fragen. In Windhoek gibt es zudem die City Police (Stadtpolizei), die speziell auch für die Sicherheit der Touristen da ist und z.B. in den letzten Jahren die Zahl der Autodiebstähle drastisch reduzieren konnte. Polizeifahrzeuge erkennen Sie an einem grünen Nummernschild mit den ersten drei Buchstaben "POL".

Das namibische Militär (Namibia Defense Force) ist zur Sicherung der Landesgrenzen dar. Es ist im Grundsatz eine reine Verteidigungsarmee die auch im Rahmen internationaler Einsätze mithilft. Wie die Polizei haben auch Militärfahrzeuge grüne Nummernschilder, jedoch mit der Bezeichnung "NDF". Große Kasernen befinden sich in Okahandja sowie im Norden des Landes an der Grenze zu Angola.

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